Warum wir helfen sollten

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Warum wir helfen sollten

2016: Als ich mich von Annet Kakweri aus Iganga verabschiedete, zeigte sie mir sechs Kinderfotos – die einzigen, die sie hatte. „Bitte fotografiere sie ab, damit du meine Kinder und die Waisenkinder meiner Schwester nicht vergisst“, sagte sie. Ihre Bitte zum Abschied werde ich nie vergessen: „Christine, wenn du irgendetwas für uns tun kannst, dann sorge bitte dafür, dass meine Kinder bessere Bildungschancen bekommen.“ Dieser Moment pflanzte den Keim für unser Schulprojekt – PUC.

Die Kinder und ihre Träume

Annet erzählte mir von ihren Kindern und deren Zukunftswünschen: Frossy möchte Tierärztin werden, Wilson Ingenieur, Marvin Anwalt, Leticia Krankenschwester. Zwei Waisen, Mary und Joan, besuchen weiterführende Bildungseinrichtungen. Doch der Weg zur Schule ist steinig: Es fehlt an Schulgebühren, an Heften, Taschen, Uniformen – und oft auch am Schulessen. Die Kinder gehen zu Fuß, viele ohne Frühstück. Wer nahe wohnt, darf mittags heimgehen. Wer weiter entfernt lebt und kein Essen bekommt, bleibt hungrig. Schlafen in der Schule wäre sicherer – aber kaum jemand kann es sich leisten. Annet sagt: „Die Väter in unserer Gemeinschaft tragen keine Verantwortung.“

Florence – die gute Seele

Florence


Florence Were, die Direktorin der Community Trans Nursery and Primary School in Iganga, kennt diese Realität gut. Sie musste mit 14 die Schule abbrechen – zu viele Geschwister, kein Geld, kein Rückhalt. Sie arbeitete jahrelang als Haushaltshilfe und später an einer Tankstelle. Die Sehnsucht nach Bildung blieb. Mit 32 brachte ihr Ehemann sie zurück in die Schule – sie schloss schließlich ein Universitätsstudium in Bildungswissenschaften ab. Doch unterrichten allein reichte ihr nicht. Sie sah den Mangel an Schulen und beschloss zu handeln. Mit ihrem Mann gründete sie eine Schule – aus dem Nichts: ein Kirchenraum, ein paar Bänke, ein paar Tafeln. Sie starteten mit 54 Kindern. Nach und nach kamen selbstgebaute Klassenzimmer hinzu. Heute ist die Schule offiziell anerkannt, registriert als Community Development Organisation und zugelassen vom Bildungsministerium.

Den Kindern Zukunft geben

Was mit einem Gespräch und einem Herzenswunsch begann, ist heute ein Hoffnungsträger für viele Kinder. Doch der Bedarf ist weiterhin groß. Jede Spende, jede Hilfe, jedes Teilen dieser Geschichte hilft, diesen Kindern einen Weg in eine bessere Zukunft zu ermöglichen.