Zuhause in Iganga

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Zuhause in Iganga

Schon beim Betreten der „Community Trans Nursery and Primary School“ spüren wir es wieder: Hier wird man nicht nur willkommen geheißen – man kommt nach Hause. Florence, die Schulleiterin, empfängt uns mit offenen Armen. Es ist, als wären wir nie weg gewesen.

Noch ist der Schulhof nicht voll – viele Kinder helfen nach den langen Ferien noch zu Hause auf den Feldern. Erst nach und nach kehren sie zurück. Die älteren zuerst, die Kleinsten zuletzt. Trotzdem führt uns Florence mit Stolz durch die neuen Klassenzimmer. Die Kinder singen, lachen, und man sieht ihnen an, wie wohl sie sich fühlen – es ist angenehm kühl, ruhig und hell.

Plötzlich stockt uns der Atem: Ein vertrautes Gesicht. Ein Mädchen im Rollstuhl, von zwei Klassenkameraden liebevoll begleitet. Sie hat keine Unterschenkel mehr – wir erinnern uns an sie aus dem Orthopädiezentrum St. Joseph. Damals, vor sechs Jahren, war sie gerade sieben, als sie bei einem Autounfall beide Beine verlor. Lawrence, der Orthopädietechniker, baute ihr aus erhitzten Regenrinnen einfache Prothesen. Nun sitzt sie hier, strahlt – und gehört einfach dazu.

Doch ihre Geschichte ist traurig: Ihre Eltern ließen sie zurück, überfordert von der ständigen Behandlung. Florence hörte davon, nahm das Mädchen in die Schule auf, fand eine Pflegefamilie und benachrichtigte St. Joseph – dort wird nun an neuen Prothesen gearbeitet.

Florence kämpft täglich. Gute Lehrer sind schwer zu finden, die Lebenshaltungskosten steigen, und viele Familien können das Schulgeld nicht mehr zahlen. Trotzdem versucht sie, ihre Lehrkräfte zu halten – mit Essen, kleinen Nebeneinkünften und einem offenen Ohr.

Am Ende des Tages ist klar: Diese Schule ist mehr als ein Ort zum Lernen. Sie ist Zuflucht, Hoffnung, Familie.